Weiterbildung in der Transformation: Was KMU jetzt brauchen

Die Transformation verändert die Anforderungen an Qualifikation und Kompetenz. CARS 2.0 hat erhoben, wie Weiterbildungsbedarfe von KMU erkannt und Bildungsangebote praxisnah, flexibel und wirksam gestaltet werden können.

© Fraunhofer Heilbronn Forschungsund Innovationszentren HNFIZ

Digitalisierung, Elektrifizierung, neue Wertschöpfungsmodelle und globale Wettbewerbsdynamiken stellen Unternehmen und Beschäftigte vor neue Anforderungen. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen wird Weiterbildung damit zu einem wichtigen Hebel, um Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung zu sichern und die Transformation hin zu neuen Produkten und Geschäftsmodellen mit dem bestehenden Personal zu gestalten. Gleichzeitig müssen Weiterbildungsangebote zu den zeitlichen, finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen der Unternehmen passen.

Wie das gelingen kann, untersucht der Bericht „Weiterbildungsbedarf von KMU in der Transformation. Anpassung von Bildungsdienstleistungen an neue Anforderungen“. Er wurde im Rahmen von CARS 2.0 durch das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V. und die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH in Auftrag gegeben und vom Fraunhofer Heilbronn Forschungs- und Innovationszentrum HNFIZ erarbeitet. Im Fokus stehen insbesondere KMU aus Automobil- und Maschinenbau sowie der Zulieferindustrie. Ziel ist es, Bedarfs- und Nachfrageentwicklungen zu analysieren, Angebotslücken zu identifizieren und Gestaltungsmöglichkeiten für wettbewerbsfähige Weiterbildungsangebote aufzuzeigen.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

  • Weiterbildungsbedarfe verändern sich. Neben fachlichen Kompetenzen gewinnen digitale, sowie persönliche und soziale Kompetenzen an Bedeutung.
  • Weiterbildung muss zur betrieblichen Realität passen. Zeitliche, personelle und organisatorische Einschränkungen von KMU müssen bei der Gestaltung der Angebote berücksichtigt werden.
  • Angebote müssen zielgruppengerechter werden. Unterschiedliche Beschäftigtengruppen und Unternehmen benötigen passgenaue Lerninhalte und Formate.
  • Weiterbildung muss anschlussfähig, flexibel und wirksam sein. Bildungsangebote müssen sich in den betrieblichen Alltag integrieren lassen und einen konkreten Nutzen für Unternehmen und Beschäftigte schaffen.
  • Vernetzung und Kooperation gewinnen an Bedeutung. Bildungsdienstleister übernehmen zunehmend eine verbindende Rolle zwischen Unternehmen, Wissenschaft, Politik und weiteren Akteur*innen.

Eine besondere Herausforderung liegt im Zusammenspiel von Zeit, Kosten und Qualität. Der Bericht beschreibt dieses Spannungsfeld als „Magisches Dreieck in der beruflichen Bildung“. Weiterbildung soll möglichst schnell verfügbar und kostengünstig sein, gleichzeitig aber qualitativ hochwertig bleiben und einen konkreten Nutzen für die betriebliche Praxis bieten. Gerade für KMU stellt dies hohe Anforderungen an die Gestaltung geeigneter Angebote. Für sie spielt dabei auch der Zugang zu Fördermitteln eine wichtige Rolle, mit denen Unternehmen Weiterbildungsmaßnahmen für ihre Beschäftigten finanzieren können.

Für Bildungsdienstleister ergibt sich daraus eine gezielte Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen, passende Lernformate sowie die Berücksichtigung betrieblicher Rahmenbedingungen. Auch operative und strategische Beratung und Vernetzung spielen eine wichtige Rolle, um Weiterbildung nachhaltig im Unternehmensalltag zu verankern.

Der Bericht liefert damit Impulse für ein Weiterbildungsökosystem, das Unternehmen stärkt, Beschäftigte befähigt und die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts unterstützt. Welche Weiterbildungsbedarfe und Angebotslücken im Detail identifiziert wurden und welche konkreten Gestaltungsansätze sich daraus ergeben, zeigt der vollständige Übersichtsbericht.