Neue Studie zu wachsender Präsenz chinesischer Nutzfahrzeughersteller in Europa

Studie zeigt zunehmenden Wettbewerbsdruck auf europäische Nutzfahrzeughersteller und ihre Zulieferer

© Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI

Chinesische Nutzfahrzeugherstelle drängen in rasantem Tempo auf den europäischen Markt, bauen Produktions- und Servicenetzwerke auf und erhöhen damit den Druck auf etablierte Anbieter. Das zeigt eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI, beauftragt durch das Transformationsnetzwerk CARS 2.0 und initiiert durch die IG Metall Baden-Württemberg.

Nach Erkenntnissen der Studie dringen chinesische Hersteller heute erheblich schneller in den europäischen Markt vor als bei früheren internationalen Expansionen. Im Vergleich zu Märkten wie Südafrika hat sich das Tempo des Markteintritts inzwischen etwa verdreifacht. Unternehmen wie SANY, Foton, FAW und das junge Start-up Super Panther setzen auf Partnerschaften, Greenfield-Investitionen und Servicenetzwerke, um rasch eine sichtbare Marktposition aufzubauen.

Die Kombination aus schnellen Produktionsanläufen, aggressiver Preispolitik und hoher Skalierung setzt klassische Wettbewerbsvorteile zunehmend unter Druck. Besonders betroffen ist laut Studie der Industriestandort Baden-Württemberg, vor allem Zulieferer im Bereich Antriebsstrang und elektrische Komponenten.

Betriebsräte und die IG Metall warnen, dass dieser Wandel nicht ohne Folgen für Beschäftigung, Zulieferer und Industriestandorte bleibt. Wichtige Infrastruktur wie Lade- und Wasserstoffnetze werde zu langsam ausgebaut. Ohne gezielte politische Weichenstellungen drohe ein Verlust von Wertschöpfung und technologischem Vorsprung.

Die Gewerkschaft fordert daher eine strategische Industriepolitik, die Forschung, Produktion und faire Wettbewerbsbedingungen in Europa stärkt. Entscheidend sei, nicht nur im Preis zu konkurrieren, sondern auch technologische Stärken und Arbeitsplätze zu sichern. Die vollständige Studie ist hier als PDF abrufbar. Weitere Hintergründe bietet die Pressemitteilung der IG Metall Baden-Württemberg.

Projektpartner CARS 2.0